Fehlerbehandlung
Teil von Workflow-Tests und Versionen
Testfälle für jeden Entscheidungszweig anlegen
So erstellen Sie eine Fallliste für Entscheidungswege, Grenzwerte und fachlich wichtige Kombinationen im Workflow.
Erfassen Sie für jeden erreichbaren Ausgang einer Workflow-Entscheidung mindestens einen Fall mit bekannter Eingabe und erwartetem Ergebnis. Ergänzen Sie Grenzwerte, fehlende Angaben und fachlich wichtige Kombinationen. Ein erfolgreicher Normalfall belegt nur den geprüften Weg.
Bedingungen in Fälle übersetzen
Schreiben Sie jede Entscheidung als prüfbare Aussage auf. Bei einer hypothetischen Materialanforderung könnte zuerst gelten: „Menge vorhanden und größer als null?“ Danach folgt möglicherweise „Zustimmung erteilt?“
Zeichnen Sie für jeden Ausgang den nächsten Schritt auf. Auch ein Weg, der bewusst ohne weitere Aktion endet, braucht ein Soll-Ergebnis.
| Bedingung | Testeingabe | Erwarteter Weg | Zu prüfender Zustand |
|---|---|---|---|
| Menge gültig? | Positive Menge | Weiter zur Prüfung | Fall ist der zuständigen Stelle zugeordnet. |
| Menge gültig? | Feld fehlt | Zur Ergänzung | Keine Freigabeaktion. |
| Menge gültig? | Null | Zur Ergänzung | Grund ist erkennbar. |
| Entscheidung? | Zustimmung zu gültigem Fall | Freigegebener Weg | Vereinbarter Status im maßgeblichen Datensatz. |
| Entscheidung? | Ablehnung | Abgelehnter Weg | Keine Aktion, die nur nach Zustimmung erlaubt ist. |
Die Regel zu null ist ein Beispiel; im eigenen Prozess kann ein anderer Wert gelten. Bei mehreren Bedingungen ergänzen Sie Kombinationen, deren Ergebnis von der Reihenfolge oder dem Zusammenwirken der Regeln abhängt.
Grenzen und Vorrang prüfen
Bei „Menge größer als null“ sind null und der kleinste fachlich zulässige positive Wert aussagekräftig. Für Datumsregeln prüfen Sie den Zeitpunkt unmittelbar vor und an der Grenze. Legen Sie fest, ob ein fehlendes Feld denselben Weg nimmt wie ein ausdrücklich leerer Wert.
Überlappen Regeln wie „dringend“ und „hoher Betrag“, bestimmen Sie vor dem Test, ob beide Aktionen, nur eine oder ein eigener Kombinationsweg gelten. Prüfen Sie außerdem fachlich riskante Fälle wie eine vollständige Anfrage ohne Entscheidung. Die Fallliste muss zum tatsächlichen Regelwerk passen; sie ist kein Beleg dafür, dass jede denkbare Eingabekombination geprüft wurde.
Weg und Zielzustand belegen
Notieren Sie Testdatenkennung, Workflow-Fassung, erwarteten Zweig und erwarteten Zielzustand. Vergleichen Sie nach dem Lauf sowohl den genommenen Weg als auch den Datensatz im Zielsystem. Ein grüner Schritt kann dennoch den falschen Datensatz geändert haben.
Power Automate kann eine Aktion mit statischem Ergebnis simulieren, um einen nachgelagerten Weg zu prüfen. Die echte Aktion und Verbindung werden dabei nicht ausgeführt. Wählen Sie Testkonto und Daten entsprechend.
Bewahren Sie die Fallliste bei der geprüften Fassung auf. Nach einer geänderten Bedingung prüfen Sie ihre Ausgänge und die betroffenen Folgeschritte erneut; ein neuer Zweig braucht ein eigenes Soll-Ergebnis.


