Betrieb & Governance

Workflow-Tests und Versionen

Wie Sie Workflow-Wege prüfen, Fassungen freigeben und bei Fehlern den Zustand laufender Vorgänge berücksichtigen.

Ein Workflow ist bereit für die Veröffentlichung, wenn seine wichtigen Wege mit festgelegten Soll-Ergebnissen geprüft sind und klar ist, welche Fassung mit welchen Verbindungen produktiv laufen soll. Ein erfolgreicher Testlauf allein belegt kein richtiges Geschäftsergebnis.

Das Soll vor dem Test festlegen

Bei einer hypothetischen Materialanforderung soll ein vollständiger Fall zur zuständigen Person gelangen, ein unvollständiger zur Ergänzung zurückgehen und eine Zustimmung den vereinbarten Status im maßgeblichen Datensatz erzeugen. Legen Sie für jeden Prüffall Eingabe, Ausgangszustand, erwarteten Weg und Zielzustand fest. Prüfen Sie anschließend den Datensatz im Zielsystem. Bei Nachrichten unterscheiden Sie zwischen angestoßenem Versand, Annahme durch den Dienst und Antwort einer Person.

Statische Ergebnisse in Power Automate simulieren einen Aktionsschritt mit Beispieldaten. Der Flow behandelt die Aktion als erfolgreich, führt sie aber nicht aus. Erfassen Sie die Ausgabe der Aktion und legen Sie sie als Ergebnis für spätere Läufe fest.

So prüfen Sie einzelne Abschnitte, ohne die gesamte Verarbeitung auszuführen. Damit lässt sich ein nachfolgender Zweig prüfen, aber keine echte Verbindung bestätigen. Lang laufende Aktionen lassen sich umgehen, und Sie testen verschiedene Szenarien ohne die tatsächlichen Daten oder Ereignisse.

Der Flow Checker untersucht einen Cloud-Flow vor dem Lauf und meldet mögliche Fehler und Leistungsprobleme. Seine Hinweise kommen früh im Entwurf und verringern den Aufwand für die spätere Fehlersuche.

Vor dem Test muss der Flow gespeichert sein. Im Designer starten Sie den Test manuell oder automatisch; die automatische Option setzt mindestens einen manuellen Durchlauf voraus. Manuell lösen Sie den Auslöser selbst aus, automatisch verwenden Sie einen kürzlich genutzten Auslöser oder wiederholen einen früheren Lauf.

Fassung und Umgebung zusammen prüfen

Halten Sie fest, welche Fassung produktiv läuft und welche geprüft wird. Zur Freigabe gehören die betroffene Umgebung, Verbindungen, Zieladressen und die verwendeten Testfälle. Derselbe Ablauf kann mit anderen Konten oder Konfigurationswerten eine andere Wirkung haben.

Power Automate bietet Entwürfe und einen Versionsverlauf für lösungsgebundene Cloud-Flows. Diese können direkt in einer Lösung erstellt, in eine Lösung aufgenommen oder automatisch erstellt werden, wenn die Einstellung „Create in Dataverse solutions“ aktiviert ist.

Das Funktionspaket für Entwürfe und Versionierung ist seit dem 7. Februar 2025 in allen Regionen verfügbar. Für die Prüfung vor dem Produktivstart kommt beispielsweise eine getrennte Testumgebung infrage.

Ein Freigabevermerk sollte die bisherige und die neue Fassung, Änderungen an Auslösern, Bedingungen, Feldzuordnungen und Zielen sowie die geprüften Fälle benennen. Halten Sie offene Abweichungen und die Zuständigkeit für betroffene Vorgänge fest.

Entwürfe werden in Microsoft Dataverse gespeichert, auch wenn der Flow Fehler enthält. Neben dem Titel zeigt ein Status an, ob die Fassung „Draft“ oder „Published“ ist. Veröffentlicht wird, sobald Änderungen zur Laufzeit wirken sollen.

Der Versionsverlauf gruppiert Fassungen nach Tagen und kennzeichnet „Latest version“, „Published“ und „Past published“. Entwurfsdatensätze verfallen nach sechs Monaten, veröffentlichte Datensätze nach zwölf Monaten. Eine frühere Fassung lässt sich auswählen und als neuer Entwurf wiederherstellen. Fehlende Versionierung führt dazu, dass veraltete Verträge freigegeben, überholte Richtlinien verwendet oder Änderungen nicht mehr nachvollzogen werden können.

Entwurf vs. Veröffentlichte Version in Power Automate

Speicherort
Beide im Microsoft Dataverse
Status
Entwurf: 'Draft'; Veröffentlicht: 'Published'
Verfallszeit
Entwürfe: 6 Monate; Veröffentlichte Versionen: 12 Monate
Laufzeitwirksamkeit
Nur veröffentlichte Versionen wirken sich sofort aus.

Wichtigste Fakten zu Entwürfen und Versionierung

  • Verfügbarkeit des FeaturesSeit 7. Februar 2025 in allen Regionen
  • Verfallsfrist für Entwürfe6 Monate
  • Verfallsfrist für veröffentlichte Versionen12 Monate
  • Plattformen für CI/CD-PipelinesConcourse, Jenkins, GitLab

Automatisierte Prüfungen vor der Freigabe

Manuelle Test-, Integrations- und Veröffentlichungsschritte kosten viel Zeit und sind fehleranfällig. Showstopper zeigten sich dadurch oft erst spät im Projektverlauf.

In einer Automatisierungs-Pipeline werden Tests einmal definiert und sichern die verbundenen Anforderungen danach ohne menschliches Zutun ab. Containerisierung macht die Tests reproduzierbar. Wenige Minuten nach der Umsetzung ist eine neue Fassung auf dem Testsystem sichtbar und steht für Anwendertests bereit.

Geprüft wird, bevor eine Änderung in die aktive Codebasis gelangt. Erst nach bestandener Prüfung folgt die Veröffentlichung auf das Testsystem, danach auf das Produktivsystem. Automatisierte Tests sorgen dafür, dass Programmierfehler nur selten bis zum Testsystem durchdringen.

Als Plattformen für solche Pipelines nennt die RISC Software GmbH Concourse, Jenkins und GitLab. Die Web-Entwicklungsteams integrierten GitLab am besten in ihre Workflows. Continuous Integration zielt darauf, neue Features schnell und häufig automatisiert zu integrieren und kurze Feedback-Schleifen zu nutzen.

Umstellung und Rückweg vorbereiten

Prüfen Sie vor der Umstellung, welche Läufe noch offen sind. Erfassen Sie den Zeitpunkt der Veröffentlichung und beobachten Sie neue Fälle bis zum fachlichen Ergebnis.

Eine frühere Workflow-Definition wiederherzustellen macht bereits angelegte Datensätze oder versandte Nachrichten nicht rückgängig. Vor einer erneuten Verarbeitung muss daher der Zustand jedes betroffenen Vorgangs geklärt sein.

In diesem Leitfaden

  1. Testfälle für jeden Entscheidungszweig anlegenSo erstellen Sie eine Fallliste für Entscheidungswege, Grenzwerte und fachlich wichtige Kombinationen im Workflow.
  2. Test- und Produktivsysteme trennenPrüfen Sie Auslöser, Datenquellen, Konten und Ziele, damit Workflow-Tests keine unbeabsichtigten produktiven Aktionen auslösen.
  3. Änderungen vor einer Veröffentlichung vergleichenVergleichen Sie produktive Fassung und Freigabefassung anhand von Auslösern, Zweigen, Feldzuordnungen und Zielwirkungen.
  4. Eine fehlerhafte Version ohne Doppelverarbeitung zurücknehmenGrenzen Sie betroffene Läufe ein, stellen Sie eine geprüfte Fassung bereit und entscheiden Sie die Wiederaufnahme je Vorgang.

Mehr aus Betrieb & Governance

Betrieb & Governance

Änderungen vor einer Veröffentlichung vergleichen

Vergleichen Sie produktive Fassung und Freigabefassung anhand von Auslösern, Zweigen, Feldzuordnungen und Zielwirkungen.

Betrieb & Governance

Betrieb und Überwachung

So überwachen Sie automatisierte Workflows anhand fachlicher Ergebnisse, offener Fälle, belastbarer Messwerte und handlungsfähiger Alarme.

Betrieb & Governance

Ein übersichtliches Betriebsdashboard erstellen

Gestalten Sie ein Betriebsdashboard mit Ergebnissen, offenen Fällen, Fehlerhinweisen und sichtbar aktuellem Datenstand.